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Großderschau

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ehrenamtliche Bürgermeisterin: Frau Christiane Gernt

 

Großderschau

 

In den Jahren 1773 bis 1775 wurde südwestlich von Neustadt/Dosse die Kolonie Friedrichsdorf und sechs weitere Dörfer gegründet. Vor allem aus der Pfalz kamen die Menschen, um das wilde Land urbar zu machen. Angelockt durch kostenlosen Boden, Häuser, Steuer- und Militärdienstfreiheit und freie Religionsausübung siedelten sich einige hundert Familien an. Einmalig ist die Art der Besiedlung, alle Häuser durften nur auf einer Seite der Straße gebaut werden.

 

1938 erfolgte die Eingemeindung von vier kleineren Kolonien. Am 1. Juni 1951 wurde das Dorf Friedrichsdorf in Großderschau, nach der größten Kolonie, umbenannt. Den Name erhielt das Dorf nach dem preußischen Staatsminister Friedrich Wilhelm von Derschau.

 

Interessant ist die Dorfkirche, die 1785 im Stile der Potsdamer Garnisonkirche, erbaut wurde. Der Turm zeigt nach Süden. In früher Zeit diente das Gotteshaus Lutheranern und Reformierten. Kanzel und der hölzerne Altar stammen aus der Bauzeit. Mit über 750 Sitzplätzen war die Kirche die größte der Umgebung.

 

Am Ende des 18. Jahrhunderts entstanden auch mehrere Fachwerkhäuser und die Dreiseitenhöfe, von denen einer noch sehr gut erhalten ist. Aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts stammen zwei ein- bzw. zweigeschossige Beamtenhäuser aus Fachwerk. Ein sogenanntes Holländerhaus findet man in der Friedrichsdorfer Straße 22. Das eingeschossige Fachwerkhaus ist ein Beispiel der Kolonistenhäuser dieser Zeit.

 

Fast wäre das Dorf am Anfang des 19.Jahrhunderts zu großem Reichtum gekommen. Während des Rückzugs der Franzosen 1813 mußten diese ihre Kriegskasse zurücklassen. Ein Kahn, der Kanonenkugeln und die Kasse transportierte, ging nahe der Wiesenbrücke zu Friedrichsbruch, die über die Dosse führte, unter. Der Kahn versank schnell im tiefen Schlamm. Die Kugeln konnten 100 Jahre später gehoben werden, die Kasse hingegen wartet noch immer auf einen glücklichen Finder.

 

Um 1850 wurde in Großderschau Adolf Rautmann geboren. Dieser trat bereits im Alter von 14 Jahren als Spaßmacher auf Festen und im Zirkus auf. Das sahen die Bewohner des Dorfes aber gar nicht gern, und Rautmann wurde aus der Heimat verbannt. Nach einer erfolglosen Zeit als Gaslaternenanzünder in Berlin trat er wieder auf und nannte sich fortan "Onkel Pelle", weil er in Berlin so wenig zu essen hatte, daß er nur noch Haut und "Pelle" war.

 

Onkel Pelle war später auf vielen großen Festen in Berlin und in den deutschen Seebädern unterwegs und sehr erfolgreich, so daß sogar der Name "Onkel Pelle" gesetzlich geschützt wurde. Das Geburtshaus des Spaßmachers ist noch erhalten und kann neben der Heimatstube Großderschau betrachtet werden.
 

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