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Hohennauen

ehrenamtlicher Bürgermeister: Herr Ulf Gottwald

 

Ortsteil Hohennauen

Das Dorf wurde um 1200 über einer slawischen Anlage als Havelpaß zum Ländchen Rhinow errichtet. Die im Jahre 1386 erstmals erwähnte Burg Hohennauen sicherte schon seit dem ausgehenden 12.Jahrhundert das Land Rhinow nach Süden.

 

Häufig wechselten die Besitzer des Ortes, bis 1350 waren es die Markgrafen von Brandenburg, ihnen folgten die Grafen von Lindow und bis 1386 die Bischöfe von Brandenburg. Danach waren die Familien von Stechow und Friesack Gutsherren. 1401 traten die Besitzer der Burg, die Familie Zicker, der magdeburgischen Invasion entgegen und unternahmen in der Folgezeit selbst Einfälle in das benachbarte Erzbistum. Nach 1414 war der Besitz dem Landesherren unterworfen. 1432 verpfändeten die Hohenzollern die Burg an die Familie von Rohr. Seit 1486 ist die Familie von der Hagen Eigentümer von Hohennauen.

 

Das Rittergut wurde im 17. Jahrhundert in vier Teile gegliedert. Einen Teil besaß ab 1692 Johann Gottfried von Rauchhaupt. Die anderen Teile waren unter den von der Hagen vereinigt. Ab 1692 bzw. 1731 bestanden zwei Herrensitze. 1781 bzw. 1802 wurden die Güter mit Wassersuppe, Witzke, Schönholz und Elslake majorisiert. Von 1802 bis 1945 blieb das Gut im Besitz der Familie Kleist von Bornstedt.

 

Die ebenfalls im Ort ansässige Familie von der Hagen, die bis dahin in einem einfachen Fachwerkgebäude gewohnt hatten, errichteten im Jahre 1792 am nördlichen Ende des Gutsparkes ein kleines Schloß. Der einfache zweigeschossige Putzbau von elf Achsen besitzt ein Walmdach. Im Inneren findet sich eine Eichenholztreppe mit ovalem Auge. Nach 1945 wurde der Bau als Kinderheim genutzt.

 

Die Dorfkirche, ein barocker Putzbau, entstand 1724. Der backsteinerne Westturm geht auf den romanischen Vorgängerbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Er stellt einen typischen Wehrturm mit Schießscharten dar. Bis ins Mittelalter wachte er über die einzige Straße von Rathenow ins Rhinower Land. Der Turm gehört zu den ältesten Backsteinbauwerken der gesamten Mark Brandenburg.

 

Sehenswert ist der reiche geschnitzte Altaraufsatz und die Kanzel von 1610. Die Taufe aus Sandstein stammt aus dem Jahre 1603 und gehörte zum Vorgängerbau. Daneben finden sich Sandstein- und Holzepitaphe der Familie von der Hagen und Rauchhaupt-Bornstedt aus den Jahren 1759 bzw. 1708. Unter der Patronatsloge steht der um 1769 entstandene prunkvolle Sandsteinsarkophag der Katharina Hedwig von der Hagen mit Allianzwappen und Inschriften. Mehrere Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zieren das Innere.

 

Die Burg war bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg völlig verfallen. Auf den Grundmauern wurde um 1700 ein Schloss als Fachwerkgebäude errichtet. Diesem fügte man später einen Anbau und einen weiteren Flügel hinzu, so dass eine eingeschossige Dreiflügelanlage mit Wirtschaftsgebäuden entstand. Besitzer des Gutshauses war Johann Gottfried von Rauchhaupt. Er hatte 1692 einen Teil des Gutes Hohennauen erworben.

 

Das Schloss wurde unter der Herrschaft des Hans Ehrenreich von Bornstedt, der die Enkelin des Herrn von Rauchhaupt geheiratet hatte, 1778 erheblich umgestaltet und später teilweise verputzt. Der Bau wurde 1928 stark verändert und erhielt den Mittelrisalit. Bis in die Gegenwart diente das Gebäude als Schule.

 

 

Ortsteil Wassersuppe

Das Dorf wurde 1441 der Familie von der Hagen übereignet. Dieses ist auch die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Zwischen 1763 und 1775 gehörte das Gut dem Obersten Guichard. Das Gutshaus, ein barocker, eingeschossiger Putzbau mit elf Achsen, wurde nach 1780 erbaut. Am Türsturz weist der Bau ein Allianzwappen auf. Später wurde das Gutshaus als Sitz der LPG genutzt. Die Dorfkirche, ein Fachwerkbau mit Dachturm, entstand 1756 und wurde im 19. Jahrhundert in Backstein verändert. Der hölzerne Kanzelaltar wurde 1703 von Johann Christoph Richter geschaffen. Der Kanzelkorb stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert.

 

 

Ortsteil Witzke

Erstmals wurde Witzke 1441 erwähnt, als die Familie von der Hagen mit dem Dorf belehnt wurde. Die Dorfkirche, ein Fachwerkbau mit Dachturm, angeblich die ärmste Kirche der Mark, wurde 1820 erbaut. Der Kanzelaltar stammt aus der Erbauungszeit. An der Orgelempore und in der Bleiverglasung findet sich das Wappen derer von der Hagen. Im Inneren ist ein Epitaph für V. Kohl aus dem Jahre 1717 sehenswert.

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